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Ist Wissen etwas festes oder ist es veränderbar ?

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ein Zitat aus einer diesbezüglichen Diskussion:

Wissen ist etwas festes, etwas unveränderbares. Veränderbar ist lediglich unser Verständnis gegenüber des Wissens.

Das Wissen etwas festes, unveränderbares ist, kann ich nicht bestätigen. Das ist ja eben der Irrtum, das diejenigen, die sich den Frontalunterricht ausgedacht haben, das menschliche Gehirn als Wissensspeicher sehen und nicht als neuronales Netzwerk, daß die gespeicherten Infos im Zusammenhang mit anderen Infos bzw. Erfahrungen u. Erkenntnissen abspeichert und jede neue Info wieder mit entsprechenden Sinnverbindungen, in das bereits bestehende Wissen einbaut. Das Gehirn eines denkenden Menschen ist immer im Wandel bzw. entwickelt sich fortlaufend weiter. Deshalb ist es ja sogar so, daß eine Information in einem bestimmten Zusammenhang zu zwei verschiedenen Zeitpunkten völlig unterschiedliche Gedanken anregen und damit zu völlig anderen Schlüssen führen kann, beispielsweise weil eine bestimmte Information vor wenigen Minuten gespeichert wurde und jetzt großen Einfluss auf die gerade stattfindende Gedankenflut hat. 

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Die zweite Aussage " Veränderbar ist lediglich unser Verständnis gegenüber des Wissens" kann ich mit einem Beispiel bestätigen, daß die Motivation zum Lernen betrifft. Wer motiviert ist lernt leichter, weil er einen Sinn im Lernen sieht und durch diese positive Einstellung ein besseres Verständnis für das jeweilige Wissen aufbauen kann.

 

Workshop - Wissen konstruieren

 

 

Dazu passt die Geschichte von dem Postboten, der gleichzeitig Fledermausexperte ist und im Laufe der Zeit so bekannt wurde, daß die anderen Fledermausexperten (die meisten Biologen) sich mit ihm austauschen wollten. Das Problem war das die Fledermausarten in Lateinisch kategorisiert sind und er nun zwingend lateinisch lernen musste – ein Fach das er in seiner Schulzeit gehasst hatte. Auf einmal war aber Lateinisch für ihn kein Problem mehr. Er lernte es nach seinen Aussagen spielend, weil er ja jetzt einen Sinn darin sah.

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2 Kommentare
  1. Bernhard says:

    Hallo, das hieße ja dann am Beispiel des Fledermaus-Postboten, daß der Sinn oder Nichtsinn einer Sache eindeutig von der jeweiligen Person abhängt, die sich diese Frage stellt ? Kein Interesse an Fledermäusen, kein Sinn in Latein, so ungefähr. Aber unabhängig davon, ich glaub auch, daß Wissen alles andere als fest ist. Gewiß, das Grundwissen schon, eins uns eins wird immer zwei bleiben, aber der Großteil wird immer wieder beeinflußt werden von unseren Erfahrugnen, die wir immer wieder machen – sofern wir das zulassen und nicht Dinge abblocken, die unsere Gewohnheiten über den Haufen werfen könnten. Gruß Bernhard

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    • Martin Glogger says:

      Danke für den interessanten Beitrag 🙂

      Ja, ganz genau, dieser Sinn sitzt tief im Wesenskern eines Menschen und das was ein Mensch sinnvoll findet, daß hat besonderen Wert und darauf richtet sich seine Energie. Durch diese Energie wächst auch die Verständniskraft für ein bestimmtes Thema/eine bestimmte Aufgabe – im Beispiel das Verständnis der lateinischen Sprache 🙂

      Eben Wissen ist wenn Menschen eine Information in einen bestimmten Zusammenhang bringen. Daraus folgt, daß Wissen an den Menschen gebunden ist, der diesen Zusammenhang herstellt. Da das Leben (im Normalfall) voller überraschender Zufälle, Chancen und Begegnungen ist, ändert sich auch das Wissen bzw. die Erfahrungen u. Erkenntnisse die wir auf diesem Wege machen.

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